Einführung

Die Laserschweißdüse ist ein kleines, aber wichtiges Bauteil eines handgeführten Laserschweißsystems . Sie steuert den Schutzgasfluss, schützt den Schweißbereich und beeinflusst das Schweißnahtbild und die Schweißstabilität. Die Wahl der falschen Düsenart oder -größe kann zu unzureichendem Schutzgas, übermäßiger Spritzerbildung und ungleichmäßiger Schweißnaht führen.

In diesem Leitfaden stelle ich die wichtigsten Arten von Laserschweißdüsen, gängige Düsengrößen, Materialoptionen und Auswahlmethoden für verschiedene Schweißanwendungen vor. Außerdem gehe ich auf häufige Düsenprobleme ein und gebe Wartungstipps, damit Anwender die richtige Düse für eine stabile Laserschweißleistung auswählen können.

Was ist eine Laserschweißdüse?

Eine Laserschweißdüse ist ein Bauteil am Ende eines Laserschweißkopfes. Sie führt dem Schweißbereich Schutzgas zu und schützt das Schmelzbad während des Schweißvorgangs. Die Düse regelt außerdem den Abstand zwischen Laserstrahl, Gasstrom und Werkstück.

Die meisten Laserschweißdüsen bestehen aus Kupfer, da dieses Material eine gute Wärmeleitfähigkeit und Hitzebeständigkeit aufweist. Die Düsenaustrittsgröße wird üblicherweise anhand des Schweißmaterials, der Blechdicke und der Prozessanforderungen gewählt. Gängige Auslassdurchmesser liegen zwischen 1.2 und 3.0 mm.

Beim Schweißen strömt Schutzgas durch die Düse und bildet eine Schutzschicht um das Schmelzbad. Eine geeignete Düsenkonstruktion und Einbauposition reduzieren Oxidation, Spritzerbildung und instabile Schweißnahtbildung. Unterschiedliche Schweißanwendungen erfordern unterschiedliche Düsenformen und -größen.

Informationen zum Aufbau und zur Wartung von Laserschweißköpfen finden Sie im Artikel: Probleme mit Laserschweißköpfen: Häufige Fehler und Fehlerbehebung

Wie funktioniert eine Laserschweißdüse?

Eine Laserschweißdüse leitet während des Schweißvorgangs Schutzgas in das Schmelzbad. Der Gasstrom isoliert das geschmolzene Metall von der Luft und reduziert Oxidation, Porosität und Verfärbungen der Schweißnaht.

Der Laserstrahl durchdringt die Düsenöffnung und trifft auf die Werkstückoberfläche, während das Schutzgas eine Schutzzone um den Schweißpunkt bildet. Düsenkonstruktion, Gasdurchflussrate und Düsen-Werkstück-Abstand beeinflussen die Gasabdeckung und die Schweißqualität.

Für unterschiedliche Schweißbedingungen werden verschiedene Düsenstrukturen eingesetzt. Koaxialdüsen gewährleisten einen gleichmäßigen Gasschutz um den Laserstrahl, während Doppelschichtdüsen einen größeren Schutzbereich für Anwendungen mit höheren Schutzanforderungen bieten.

Laserschweißdüsenarbeiten

Arten von Laserschweißdüsen

Laserschweißdüsen sind Verschleißteile, die am Laserschweißkopf montiert werden. Unterschiedliche Düsenformen beeinflussen die Schutzgasabdeckung, die Drahtvorschubposition und den Schweißvorgang. Der Düsentyp muss entsprechend dem Schweißverfahren, dem Werkstoff und der Nahtstruktur ausgewählt werden.

Einseitige Düse

Einseitige Düsen zeichnen sich durch eine einfache Konstruktion aus und werden häufig für Standard-Schweißarbeiten eingesetzt. Die Düse gewährleistet eine grundlegende Schutzgasabdeckung und eignet sich für Anwendungen wie das Schweißen von Edelstahlblechen und Kohlenstoffstahl.

Doppelseitige Düse

Doppelseitige Düsen bieten einen größeren Gasschutzbereich als Standarddüsen. Sie werden hauptsächlich für größere Schweißflächen, das Schweißen dicker Bleche und Anwendungen eingesetzt, die einen besseren Schutz des Schmelzbades erfordern.

Interne Drahtzuführungsdüse

Interne Drahtvorschubdüsen verfügen über einen integrierten Drahtführungskanal. Sie gewährleisten eine stabile Position des Schweißdrahts während des Vorschubs und eignen sich zum Füllen von Spalten, zum Schweißen dicker Materialien sowie für Anwendungen, die Zusatzdraht erfordern.

Externe Drahtzuführungsdüse

Externe Drahtvorschubdüsen führen den Draht von außerhalb der Düse zu und ermöglichen so ein flexibleres Arbeiten beim manuellen Schweißen. Sie werden häufig bei handgeführten Laserschweißanwendungen eingesetzt, bei denen die Schweißpositionen häufig angepasst werden müssen.

Die Düsenart muss auf das Schweißverfahren, die Werkstückstruktur und die Anforderungen an den Schweißzusatzdraht abgestimmt sein. Eine geeignete Düse gewährleistet eine ausreichende Gasabdeckung und unterstützt eine stabile Schweißnahtbildung während des Betriebs.

Gängige Düsengrößen für Laserschweißen

Die Größe einer Laserschweißdüse beeinflusst die Schutzgasabdeckung, die Schweißnahtbildung und die Drahtvorschubstabilität. Die Düsengröße sollte entsprechend der Laserleistung, der Materialstärke, der Schweißposition und den Schutzgasanforderungen gewählt werden.

Düsenlänge und -durchmesser

Gängige Laserschweißdüsen sind in verschiedenen Längen und Außendurchmessern erhältlich, um unterschiedlichen Schweißanwendungen gerecht zu werden. Standarddüsenlängen liegen üblicherweise zwischen 34 und 44 mm, der Außendurchmesser zwischen 18 und 32 mm. Längere Düsen werden häufig für tiefe oder schmale Schweißbereiche verwendet, während größere Durchmesser eine breitere Gasabdeckung ermöglichen.

Düsenauslassgröße

Die Auslassgröße steuert den Schutzgasstrom um den Schweißbereich. Gängige Auslassdurchmesser sind:

  • 1.2 mm – Geeignet für kleine Schweißnähte und dünne Werkstoffe
  • 1.5 mm – Gängige Größe für allgemeine Handlaserschweißgeräte
  • 2.0 mm – Wird für dickere Materialien und höhere Anforderungen an die Gasabdeckung verwendet.
  • 2.5 mm – Geeignet für größere Schweißbereiche
  • 3.0 mm – Wird für Anwendungen verwendet, die eine größere Schutzabdeckung erfordern.

Drahteinführungslochgröße

Beim Drahtvorschubschweißen muss die Düse dem Drahtdurchmesser entsprechen. Gängige Führungslochgrößen sind 0.8 mm, 1.0 mm, 1.2 mm, 1.6 mm und 2.0 mm. Die richtige Lochgröße gewährleistet einen stabilen Drahtvorschub und reduziert Drahtabweichungen.

Weitere Informationen zu Drahtvorschubgeräten und dem Zusammenhang zwischen Drahtvorschubgeschwindigkeit und Leistung finden Sie hier:

Leistungsanpassung

Die Düsenwahl sollte dem Leistungsbereich des Lasers entsprechen. Standardmäßige Handlaser-Schweißdüsen werden üblicherweise für Systeme mit 1000 W bis 3000 W verwendet, während Hochleistungsschweißanwendungen über 3 kW Düsen mit besserer Hitzebeständigkeit und Gasabdeckung erfordern.

Die Wahl der richtigen Düsengröße entsprechend den Schweißbedingungen trägt dazu bei, einen stabilen Gasschutz und eine gleichbleibende Schweißqualität zu gewährleisten.

Wie wählt man die richtige Laserschweißdüse aus?

Die Auswahl der Laserschweißdüse hängt von der Laserleistung, der Materialstärke, der Schweißposition und der Drahtvorschubmethode ab. Die korrekte Düsengröße und -struktur sind für einen optimalen Gasschutz und ein stabiles Schweißergebnis unerlässlich.

  • 1. Laserleistung anpassen: Wählen Sie die Düse entsprechend der Laserleistung. Schweißen mit höherer Leistung erfordert Düsen mit besserer Hitzebeständigkeit und größerer Gasabdeckung.
  • 2. Materialstärke berücksichtigen: Wählen Sie die Düsengröße anhand der Werkstückdicke. Dünne Bleche benötigen in der Regel kleinere Düsen, während dicke Platten eine größere Gasabdeckung erfordern.
  • 3. Auswahl je nach Schweißposition: Wählen Sie unterschiedliche Düsenkonstruktionen für verschiedene Verbindungen, z. B. für Flachschweißungen, Außeneckenschweißungen, Inneneckenschweißungen und enge Schweißbereiche.
  • 4. Passende Drahtvorschubdüse wählen: Wählen Sie beim Drahtvorschubschweißen eine Düse mit dem korrekten Führungslochdurchmesser. Gängige Größen sind 0.8 mm, 1.0 mm, 1.2 mm, 1.6 mm und 2.0 mm.
  • 5. Düsenkompatibilität prüfen: Vor dem Austausch die Gewindegröße der Düse, die Einbaumaße und das Schweißkopfmodell überprüfen. Die meisten Düsen für handgeführte Laserschweißgeräte verwenden ein M16-Gewinde.
  • 6. Geeignetes Material wählen: Kupferdüsen sind aufgrund ihrer guten Wärmeleitfähigkeit und Langlebigkeit weit verbreitet. Für Hochleistungsschweißanwendungen können behandelte Düsen verwendet werden, um eine bessere Verschleißfestigkeit zu erzielen.

Wählen Sie die Düse entsprechend dem Schweißprozess aus und tauschen Sie verschlissene Teile rechtzeitig aus, um einen normalen Gasfluss und eine optimale Schweißleistung zu gewährleisten.

Häufige Probleme mit Laserschweißdüsen

Beschädigung oder Verformung der Düse

Problem: Die Düse kann sich durch Stöße, Einwirkung hoher Temperaturen oder Langzeitgebrauch verformen oder abnutzen. Eine beschädigte Düse beeinträchtigt den Gasfluss und den Schweißschutz.

Lösung: Überprüfen Sie regelmäßig den Zustand der Düse und tauschen Sie sie aus, wenn Risse, Verformungen oder Verschleißerscheinungen am Auslass auftreten.


Düsenverstopfung

Problem: Schweißspritzer und Metallstaub können die Düsenöffnung verstopfen. Verstopfte Düsen führen zu ungleichmäßigem Schutzgasstrom und instabiler Schweißnahtqualität.

Lösung: Reinigen Sie die Düsenoberfläche und den Auslass regelmäßig. Tauschen Sie die Düse aus, wenn sich starke Verschmutzungen nicht entfernen lassen.


Instabiler Schutzgasstrom

Problem: Eine fehlerhafte Düseninstallation, Beschädigungen oder eine ungeeignete Düsengröße können den Gasfluss um das Schmelzbad herum stören. Dies kann zu Oxidation, Verfärbungen oder Porosität führen.

Lösung: Überprüfen Sie die Düsenposition, den Gasdruck und die Durchflussrate. Wählen Sie eine Düsengröße, die zum Schweißprozess passt.


Falsche Düsengrößenauswahl

Problem: Eine zu kleine Düse kann eine unzureichende Gasabdeckung gewährleisten, während eine zu große Düse die Gaskonzentration an der Schweißstelle verringern kann.

Lösung: Wählen Sie die Düsengröße entsprechend der Laserleistung, der Materialdicke, der Verbindungsart und den Anforderungen an das Schutzgas.


Lose Düsenmontage

Problem: Eine lockere Düse verändert den Abstand zwischen Laserstrahl und Werkstück und beeinträchtigt dadurch die Schweißstabilität.

Lösung: Überprüfen Sie vor dem Betrieb die Düsenverbindung und ziehen Sie sie ordnungsgemäß fest, um Bewegungen während des Schweißens zu verhindern.


Düsenverschleiß bei Langzeitgebrauch

Problem: Kontinuierliches Schweißen verursacht thermischen Verschleiß an der Düse, insbesondere bei Hochleistungsanwendungen. Der Verschleiß verändert die Form des Gasaustritts und beeinträchtigt die Schweißnahtqualität.

Lösung: Verschleißte Düsen je nach Arbeitsbedingungen austauschen und Ersatzdüsen für den Produktionseinsatz bereithalten.

Wann sollte man eine Laserschweißdüse austauschen?

  1. Düsenverformung
    Tauschen Sie die Düse aus, wenn der Auslass beschädigt, verbogen oder verformt ist.
  2. Der Gasfluss wird instabil
    Tauschen Sie die Düse aus, wenn verstopfte oder abgenutzte Auslässe den Schutzgasfluss beeinträchtigen.
  3. Die Schweißnahtqualität nimmt ab
    Die Düse muss ausgetauscht werden, wenn nach der Parametereinstellung Schweißnahtoxidation, Spritzer oder ungleichmäßige Nähte auftreten.
  4. Der Düsenverschleiß nimmt zu
    Die Düse muss ausgetauscht werden, wenn es durch längeren Gebrauch zu Verschleiß am Auslass oder zu Oberflächenbeschädigungen kommt.
  5. Eine häufige Düsenreinigung ist erforderlich
    Die Düse muss ausgetauscht werden, wenn sich Verunreinigungen durch regelmäßige Reinigung nicht entfernen lassen.
  6. Änderung des Schweißverfahrens
    Tauschen Sie die Düse aus, wenn die aktuelle Düsengröße oder der Düsentyp nicht zum neuen Schweißmaterial oder -verfahren passt.

Tipps zur Wartung von Laserschweißdüsen

Reinigen Sie die Düse regelmäßig von Schweißspritzern und Metallstaub.

Prüfen Sie vor dem Schweißen den Düsenauslass auf Verschleiß, Risse oder Verformungen.

Die Düse muss fest montiert sein, um Positionsänderungen während des Betriebs zu vermeiden.

Verwenden Sie die für die Schweißanforderungen korrekte Düsengröße.

Vermeiden Sie Kollisionen der Düse mit dem Werkstück während des Schweißens.

Beschädigte Düsen müssen rechtzeitig ausgetauscht werden, um einen stabilen Gasschutz zu gewährleisten.

Fazit

Die Wahl der Laserschweißdüse beeinflusst den Gasschutz, das Schweißnahtbild und die Schweißstabilität. Die Auswahl des richtigen Düsentyps und der richtigen Düsengröße entsprechend Material, Dicke und Schweißverfahren trägt zu einer gleichbleibenden Schweißleistung bei.

KEMPSON bietet Lösungen für das Laserschweißen sowie das dazugehörige Zubehör, darunter Laserschweißdüsen, Schweißköpfe und Verschleißteile. Kontaktieren Sie uns für die passenden Laserschweißkomponenten und technischen Support.



FAQ

Wozu dient eine Laserschweißdüse?

Eine Laserschweißdüse leitet Schutzgas in den Schweißbereich und schützt das Schmelzbad während des Schweißvorgangs.

Welche verschiedenen Arten von Laserschweißdüsen gibt es?

Zu den gängigen Typen gehören einseitige Düsen, doppelseitige Düsen, Düsen mit interner Drahtzuführung und Düsen mit externer Drahtzuführung.

Wie wähle ich die richtige Düsengröße für das Laserschweißen aus?

Die Düsengröße ist abhängig von der Laserleistung, der Materialstärke, der Schweißposition, den Schutzgasanforderungen und dem Drahtdurchmesser.

Welches Material wird für Laserschweißdüsen verwendet?

Die meisten Laserschweißdüsen bestehen aus Kupfer, da dieses Material eine gute Wärmeleitfähigkeit und Beständigkeit gegenüber Schweißhitze aufweist.


Wie oft sollte ich eine Laserschweißdüse austauschen?

Tauschen Sie die Düse aus, wenn sie Verformungen, Verschleiß am Auslass, Probleme mit dem Gasfluss aufweist oder die Schweißqualität beeinträchtigt ist.

Kann eine Düse für alle Schweißanwendungen verwendet werden?

Nein. Unterschiedliche Schweißpositionen, Materialien und Drahtvorschubmethoden erfordern unterschiedliche Düsenkonstruktionen.

Beeinflusst die Düsengröße die Qualität des Laserschweißens?

Ja. Die Düsengröße beeinflusst die Schutzgasabdeckung, den Schweißnahtschutz und die allgemeine Schweißstabilität.

Was verursacht Schäden an Laserschweißdüsen?

Häufige Ursachen sind Schweißspritzer, hohe Temperaturen, Kollisionen mit dem Werkstück und langfristiger Verschleiß.